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Deloitte-Studie: Nutzung von digitalen Verlagsangeboten boomt, Print bleibt stabil

2018-12-05T08:58:30+00:00 07.12.2018|Kategorien: Allgemein, Blog, International, Journalismus|Tags: , , , , , |

Alle zwei Jahre legt Deloitte die Media Consumer Survey vor, in der die Nutzung von Medienangeboten untersucht wird. Hervorstechendstes Ergebnis der diesjährigen, bereits zwölften Ausgabe, für die 2.000 Verbraucher in Deutschland im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt wurden: Obwohl Digital boomt, bleibt die Nutzung von klassischen Verlagsangeboten im Printbereich stabil.

Miteinander von Print und Digital 

Gedruckte Tageszeitungen werden altersübergreifend von 34 Prozent der Deutschen täglich gelesen, zwei Jahre zuvor lag der Anteil bei 33 Prozent. Das gleiche Bild ist bei Printmagazinen zu beobachten, deren Beliebtheit im Vergleich zu 2016 nicht zurückgegangen ist und für die Generation 50+ immer noch bevorzugtes Informationsmedium ist.

Deutliches Wachstum ist zudem bei den Onlineangeboten der Printprodukte zu beobachten. So werden digitale Zeitungsausgaben immer beliebter und haben inzwischen eine bemerkenswerte Verbreitung erreicht: 44 Prozent der Verbraucher zwischen 14 und 65+ lesen ein Deutschland mindestens einmal in der Woche die Digitalausgabe einer Tageszeitung.

Paid Content-Inhalte boomen

Zweite wichtige Erkenntnis der Media Consumer Survey: Die Nachfrage nach Paid Content boomt! So ist der Anteil der Leser von E-Paper-Zeitungsausgaben im 2-Jahresvergleich um rund 35 Prozent gestiegen (von 33 Prozent auf 44 Prozent).

Noch rasanter fällt der Zuwachs bei kostenpflichtigen Einzelartikeln aus, die gegenüber 2016 um 50 Prozent (von 10 Prozent auf 15 Prozent) mehr abgerufen wurden und sich besonders bei 25- bis 44-Jährigen ausdrücklicher Beliebtheit erfreuen. Speziell für Fachartikel und Kommentare in Qualitätsmedien sind Leser bereit, im gesteigerten Maße für Online zu zahlen.

Deutlich steigende Zahlungsbereitschaft für digitalen Qualitätsjournalismus 

„Attraktive Inhalte verschwinden immer öfter hinter der Paywall, und Konsumenten sind zunehmend willens, für diese auch zu zahlen. Die lange verbreitete Gratiskultur im Netz weicht langsam, aber stetig einer substanziellen Zahlungsbereitschaft“, erklärt Klaus Böhm, bei Deloitte Director und Leiter des Bereichs Media & Entertainment, die Studienergebnisse.

Verlage können bei der Monetarisierung ihrer digitalen Content-Angebote so sichtbare Fortschritte verbuchen. „Einerseits setzt sich der Digitaltrend klar fort, die Akzeptanz digitaler Medien hat in den vergangenen zwei Jahren weiter zugenommen. Auf der anderen Seite feiern reale Medienprodukte ein kleines Comeback“, sieht Klaus Böhm eine Win-Win-Situation für Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter.

Der Autor

Nils Jacobsen
Nils Jacobsen
Nils Jacobsen ist Wirtschaftsjournalist und Techreporter in Hamburg. Der studierte Medienwissenschaftler und Buchautor („Das Apple-Imperium“ / „Das Apple-Imperium 2.0“ ) berichtet seit 20 Jahren über die Entwicklung der Aktienmärkte und digitalen Wirtschaft: seit 2008 täglich für den Branchendienst MEEDIA, in einer wöchentlichen Kolumne für Yahoo Finanzen und in monatlichen Reportagen für die Marketingzeitschrift absatzwirtschaft. Jacobsen war zudem als Chefredakteur der Portale CURVED, clickfish, US FINANCE und YEALD aktiv.